Kostenfalle Daten-Roaming: Augen auf beim mobilen Surfen im Ausland

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Fachbeitrag 

Kostenfalle Daten-Roaming: Augen auf beim mobilen Surfen im Ausland 

Immer weniger Menschen möchten auch unterwegs, ob im Urlaub oder auch auf Geschäftsreisen, auf die digitalen Annehmlichkeiten von Daheim verzichten: E-Mails schreiben, abrufen und im Internet surfen. Technisch ist das heutzutage auch kaum mehr ein  Problem. Gut ausgebaute Mobilfunknetze und WLAN-Hotspots einerseits und internettaugliche Handys, Notebook und Subnotebooks andererseits erlauben es, in Europa und weiten Teilen der Welt jederzeit online zu gehen. Doch der Freude über diese Freiheit folgt oft der Katzenjammer, spätestens, wenn die nächste Mobilfunkrechnung ins Haus flattert. Wer nicht aufpasst, tappt nur allzu schnell in die Kostenfalle Daten-Roaming. Für den unüberlegten Datenverkehr via mobiles Internet mit Handy oder Notebook im Ausland können schnell hohe Rechnungen Euro auflaufen.    

Während in der Vergangenheit für den mobilen Datenverkehr im Ausland durchschnittlich 1,68 Euro pro MB anfiel, hat das Europäische Parlament  mit Wirkung ab dem 1. Juli 2009 beschlossen, die Kosten für das mobile Surfen im Internet auf 1 Euro pro MB zu deckeln. Ab 2010 soll der Preis auf 0,80 Euro pro MB fallen und ab dem 01. Juli 2011 sogar auf 0,50 Euro pro MB.  

Zudem müssen die Provider in den Ländern der Europäischen Gemeinschaft dem Verbraucher eine Kostenbegrenzungsfunktion, den sogenannte „Cut-Off-Mechanismus“ einräumen,  bei dem der Kunde einen Betrag ab einer Höhe von 50 Euro als Obergrenze für die mobile Internetnutzung im Ausland festlegt, ab der der Provider das Daten-Roaming für den Kunden sperrt, bis der Kunden ausdrücklich wieder um eine Freischaltung bittet.   

Nichts desto trotz unterscheiden sich die Kosten für die Nutzung der Datendienste im Ausland von Land zu Land und von Provider zu Provider, liegen aber im Schnitt deutlich über denjenigen im Inland. Wer nun denkt, „was geht mich das an, ich habe ja eine Daten-Flatrate“, sollte unbedingt einmal einen Blick in seinen Vertrag werfen. Denn mit ganz wenigen Ausnahmen gilt diese Datenflatrate nur in Deutschland und nicht im Ausland! Einen deutschen LKW-Fahrer hat dieser Irrtum in Frankreich rund 50.000 Euro gekostet. Also Vorsicht! Daten-Tarife fürs Ausland können bei Vodafone, T-Mobile & Co. teilweise unproblematisch hinzu gebucht werden. Aber auch hier lohnt sich der Vergleich der Tarife. Dabei sollten Sie die angegebenen Preise auf ein vergleichbares Datenvolumen hochrechnen. Denn nicht jeder erkennt sofort, dass 40 Cent pro KB teurer sind als 1,90 Euro pro MB.   

Je nachdem ob man ein Viel- oder nur Gelegenheitssurfer ist, gibt es aber unterschiedliche Angebote, um die Kosten niedrig zu halten. Wer zum Beispiel längere Zeit oder öfter in ein und dasselbe Land reist, für den biete es sich an, eine Prepaid-Karte vor Ort zu erstehen. Es empfiehlt sich dabei in einen Service-Stützpunkt (s)eines Providers zu gehen, da man dort auch notwendigen Zugangsdaten bekommt. Nach der wie auch in Deutschland üblichen Registrierung, kann es dann losgehen. Die in Italien beispielsweise erforderliche italienische Steuernummer erhalten Sie in den Shops gleich mit. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht (Stand: Juli 2009, ohne Anspruch auf Vollständigkeit) von preiswerten Prepaid-Karten im Ausland. 

Für das Apple iPhone haben die italienischen Provider TIM und Vodafone eine eigene Prepaid-Datenoption aufgelegt. Bei Tim kostet iPhone Daily 1 Euro am Tag und bietet 30 MB Datenvolumen. Im Tarif Maxxi per iPhone 10 bekommen die Kunden für 10 Euro im  Monat täglich 50 MB Übertragungsvolumen. Vodafone bietet im Rahmen der Prepaid-Datenoption für das Apple iPhone in Italien 500 MB pro Woche für nur 3 Euro.  

Alternativ zu den Standardtarifen und Standard-Datenflatrates bietet der eine oder andere Provider hierzulande auch spezielle Optionstarife für die mobile Internetnutzung im Ausland an. Alle Provider teilen alle Länder dabei in Ländergruppen ein, in denen Daten-Roaming möglich ist. Die Gruppe 1 entspricht meist grob gesehen Europa. Für die Gruppen 2 und 3 müssen die Verbraucher dementsprechend noch tiefer in die Tasche greifen. So bietet Vodafone den World Data Tarif an, bei dem der Kunde für 17 Cent je 50 KB im europäischen Ausland mobil im Internet surfen kann. Bei der Websession International bezahlt der Kunde 14,95 Euro für 50 MB, die aber innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden müssen.   

Zwar bieten die unterschiedlichen Ausland-Tarife und –Optionen eine gewisse Kostenkontrolle. Vor Antritt der Reise sollte der Verbraucher sich nicht nur bei seinem Provider nach den verschiedenen Möglichkeiten erkundigen, es lohnt sich in jedem Fall auch die Preise der einzelnen Tarife auf ein gemeinsames Daten-Volumen hochzurechnen, um feststellen zu können, wer den günstigsten Tarif anbietet.  

Noch ein Tipp: Da viele Geräte vom Hersteller so eingestellt sind, dass sie bereits nach einer kurzen Laufzeit die Datenverbindung wieder trennen, ist es auf jeden Fall ratsam, sogenannte E-Mail-Push-Dienste, die alle paar Minuten prüfen, ob neue E-Mails da sind, abzuschalten. Ansonsten wird mit der erneuten Einwahl jedes Mal auch ein neuer Datenblock (je nach Anbieter zwischen 10 und 100 KB) abgerechnet, obwohl nur ein Bruchteil des Volumens genutzt wird. Bei Einwahl-Intervallen von 5 Minuten fallen pro Stunde 12 Datenblöcke an.    

Eine Alternative zum mobilen Datenverkehr bietet sich dem Reisenden mit einem WLAN-fähigen Handy oder Notebook. Überall an Bahnhöfen, Flughäfen und in Hotels finden sich sogenannte WLAN-Hotspots. Doch Vorsicht: nicht alle WLAN-Hotspots sind kostenlos nutzbar, einige sogar recht teuer.  In aller Regel erscheint nach dem Öffnen des Browsers die Startseite des Anbieters, die über die weiteren Modalitäten aufklärt und meistens eine Abrechnung über eine Kreditkarte verlangt. Gut Sprachkenntnisse der jeweiligen Landesprache sind auch von Vorteil, da zum Teil die Informationen auf der Startseite in der Sprache des betreffenden Landes gehalten sind.  

Eine sehr interessante Lösung bietet z.B. das Projekt FON an. FON ist die weltweit größte WiFi Community. Die Community Mitglieder teilen einen Teil ihrer Internetbandbreite mit der Community und können dafür weltweit kostenlos an allen Community FON Spots, weltweit mehr als 100.000 Hotspots, surfen. 

Eine Alternative für Geschäftsreisende stellt z.B. iPass dar, mit dem Geschäftsleute weltweit das  Internet nutzen können.  Über 60.000 professionelle Einwahlknoten in über 160 Ländern ist nahezu überall eine schnelle Verbindung ins Internet gewährleistet. Die Einwahlsoftware steht für viele Betriebssysteme kostenlos zur Verfügung. Ein eigener Hotspot-Finder und eine Übersicht  der Zugangspunkte erleichtern die Suche nach der nächsten Einwahlmöglichkeit. 

Für Reisende, die nur gelegentlich ihre E-Mails einsehen möchten oder nur schnell eine Information aus dem Internet benötigen, sind auch die Internetcafés eine kostengünstige Alternative. Dabei sollte der Besucher eines Internetcafés aber besonders vorsichtig sein, wenn er sensible Daten über den Rechner des Internetcafés abruft. Benutzernamen und Passwörter können sehr schnell rekonstruiert werden. Deshalb sollten keine Passwörter für Internetzugänge gespeichert werden und am Ende der Sitzung sollten auch alle Spuren beseitigt werden, in dem unter Einstellungen im Internet Explorer alle persönlichen Daten, die Passwörter, Chronik und Verlauf und der Cache gelöscht werden.  

Autor: 

Hessen IT 

 

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